Ein Liebesbrief an meinen Sohn

Ein Liebesbrief an meinen Sohn

 

Mein geliebtes Kind, ich wünschte, ich könnte dir alle Schönheiten dieser Welt zeigen und nahe bringen.

Ich wünschte, du könntest in reiner Natur aufwachsen, umgeben von liebevollen Menschen, die immer da sind, wenn du sie brauchst. Dass du dir aussuchen kannst, ob du dich der Horde Kinder anschließen kannst, die die Wälder unsicher macht, lieber einen Erwachsenen ausfragst über Dinge, die du lernen willst oder lieber in dein zu Hause kommst, wo immer Familie und Geborgenheit auf dich wartet.

Ich wünschte, es wäre selbstverständlich für dich, dass die Tiere deren Milch getrunken wird, uns diese Milch gern geben. Dass sie liebevoll und mit viel Respekt behandelt werden. Dass sie Dinge essen, die ihrer Art entsprechen und ihren Körper gut nähren. Dass sie in ihrem natürlichen Lebensraum leben.

Geliebtes Kind, ich wünschte, auch wir würden ganz genau wissen, was unseren Körper nährt und was ihm schadet. Ich wünschte, alle würden sich so ernähren, und dass du einfach aus der Palette wählen kannst, was dein Körper gerade am meisten braucht.

Mein liebes Kind, ich wünschte, es wäre selbstverständlich, seine Nahrung rund um sich wachsen zu sehen. In Häusern zu wohnen, die so verbunden sind mit der Natur, dass sie damit verschwimmen. So wie ein Fuchsbau oder der Damm eines Biebers einfach dazugehört, und sich einfügt in den Kreislauf.

Ich wünschte, unsere Kleidung wäre aus Naturfasern, die nie ein Enzymbad oder Pestizide gesehen haben. Gefärbt von Pflanzen, die wir gemeinsam gesammelt haben.

Ich wünschte, das Wasser das wir trinken käme aus einer sauberen Quelle, frisch und rein. Dass die Flüsse, Seen und Teiche in denen wir baden unsere Körper reinigen, und wir nicht danach mit „sauberem“ Wasser nachspülen. Ich wünschte, wir könnten den Regen trinken, ohne darüber nachzudenken.

Ich wünschte, niemand wäre der Meinung, dir etwas beibringen zu müssen, sondern dass gewartet wird, bis du es wissen willst. Und vor allem, dass dein Bedürfnis nach Geborgenheit und Schutz gesehen wird, wenn du um Hilfe bei Dingen bittest, die du schon alleine kannst.

Ich wünschte, du hättest den Raum, in deinem Tempo deine Fähigkeiten zu entwickeln und entdecken. Ich wünschte, alle würden darauf vertrauen, dass deine Neugier groß genug ist, um dir alles zu erschließen was du wirklich brauchst.

Ich wünschte, ich hätte immer etwas leckeres und nährendes zu Essen und zu Trinken griffbereit für dich. Immer warmes Wasser, das einfach irgendwo heraus fließt, und vielen anderen Komfort, den ich dir nicht immer bieten kann.

Ich wünschte, dein Vater und ich hätten uns auf deine Empfängnis bewusst vorbereitet, uns davor ein behütendes Heim geschaffen, dich bewusst empfangen und dich in einem liebevollen Umfeld mit einer sanften Geburt willkommengeheißen.

Ich wünschte, dein Vater und ich wären immer klar und ganz bei uns, und in tiefer Liebe miteinander verbunden. Ich wünschte, bei Konflikten würden wir dir immer eine produktive Diskussions- oder Streitkultur vorleben, bei der Gefühle frei geäußert werden, ohne den anderen dafür verantwortlich zu machen. Und bei der Lösungen gefunden werden, mit denen es am Ende allen gut geht.

Ich wünschte, du hättest nie Mangel erleben müssen, sondern ganz in der Fülle bleiben können.

Das Leben ist Fülle, mein geliebtes Kind! Bitte erinnere dich daran.

Ich wünschte, du wüsstest mit unumstößlicher Sicherheit, dass du geliebt und geschützt bist. Dass immer irgendwie für dich gesorgt wird. Dass deine Bedürfnisse gesehen werden. Dass du in deiner Ganzheit gesehen wirst. Und dass du dich somit vollkommen genährt und mit all deinem Potenzial auf deine eigene Entfaltung konzentrieren kannst.

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Mein geliebtes Kind, ich bedanke mich.

Dafür, dass du zu uns gekommen bist, und mich so viel gelehrt hast. Dass du mich dazu angeregt hast, die Verbindung zu mir, meinen Wünschen und Visionen zu vertiefen. Dass ich durch dich lernen darf, was ich leisten und wie tief ich lieben kann.

Danke dafür, dass du mein Leben durch deine Anwesenheit bereicherst. Dass du mich jeden Tag neu forderst, aufforderst meine Ansichten und Konventionen zu hinterfragen und mich immer wieder über meine Grenzen treibst.

Danke dafür, dass du mich zu Klarheit zwingst, mit mir selbst und mit dir.

Danke dafür, dass ich dank dir keine faulen Kompromisse mehr machen kann, weil dein Wohlergehen mir dafür viel zu wichtig ist.

Danke dafür, dass du deine Gefühle so offen zeigst, und für deine Verletzlichkeit. Sie erinnert mich an meine eigene, und ich darf endlich erleben, dass sie etwas Schönes ist.

Danke dafür, dass du so geduldig mit mir bist, und mir so viel Verständnis entgegenbringst. Dass du mitmachst und hilfst, wenn du kannst und ich es brauche.

Danke dafür, dass du mir einfach so sagst, dass du mich liebst, mit mir kuschelst, mich umarmst.

Danke dafür, dass du auch andere Menschen so unbedarft und offen liebst, es ihnen zeigst und sagst.

Danke dafür dass du antwortest „Ich weiß“, wenn ich dir sage, wie sehr ich dich liebe.

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Hier schreibt Mira. Hauptberuflich Lebenskünstlerin mit Fokus auf Heilkunde, Mutterschaft und die Entfaltungsprojekte.

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