Wie gefährlich ist Handy-Strahlung? – Physiker im Gespräch – Teil 1

Der Physiker Max hat sich Zeit genommen, uns ein bisschen etwas über Strahlung zu erklären.
Es kursieren viele Mythen und Missverständnisse im Netz, daher ist es wichtig, einmal ein ordentliches Verständnis dessen zu entwickeln, was die „richtige“ Wissenschaft denn dazu sagt. Ich habe dieses Verständnis nicht, darum bin ich froh, dass Max das übernommen hat.
So war mir auch die Recherche zu den aufgestellten Thesen deutlich erleichtert, um Gegenargumente aus hoffentlich brauchbaren Quellen einzufügen.
Da meine Plattform vermutlich die wenigsten seriösen Wissenschaftler in Ehrfurcht erstarren lässt, wollen wir den Nachnamen von Max hier lieber unerwähnt lassen. Ich möchte nämlich nicht, dass sich die Verbindung negativ auf ihn auswirkt.

Nun denn.

Strahlung
Quelle: Pixabay

Um zu verstehen, was „Handy-Strahlen“ denn mit unserem Körper so anstellen können, sollte man sich einmal ansehen, was denn „Strahlung“ überhaupt ist.

Im physikalischen Sinne sprechen wir bei der sogenannten Handy-Strahlung von elektromagnetischer Strahlung. Die in diesem Zusammenhang relevante elektromagnetische Strahlung hat, vereinfacht, Wellencharakter (d.h. sie verhält sich wie eine Welle im Ozean) und besteht aus einem elektrischen und einem magnetischen Teil, dem jeweiligen Feld.

Sitze ich jetzt beispielsweise am Meer und sehe mir bei mäßig bewegter Wasseroberfläche die
Meeresoberfläche an, so sehe ich viele verschiedene Wellen mit verschiedensten Ausprägungen.

Dasselbe gilt für Strahlung, sie ist veränderlich (je nach Herkunft) und hat damit viele verschiedene Ausprägungsmöglichkeiten – das elektromagnetische Spektrum. Extrem kurzwellige Strahlung kennen wir als radioaktive Strahlung (Wellenlänge bis 10^-8 m), mittelwellige als Licht und langwellige zum Beispiel aus dem Radio (UKW-Funk hat eine Wellenlänge im Meterbereich).
Der Grund, wieso wir neben dem Radio nicht sofort tot umfallen, das aber durchaus passieren kann, wenn wir den Sarkophag in Tchernobyl betreten, liegt in genau dieser Wellenlänge: mit immer kürzerer Wellenlänge, also mit zunehmender Frequenz, nimmt die Energetisierung der Strahlung zu.
Hier entsteht ein Problem: irgendwann hat die Welle so eine große Energie, dass es nicht mehr möglich ist, diese als Welle zu bezeichnen, sondern der Energieträger als Teilchen bezeichnet werden muss.

Wieso?

Es gibt bei hochenergetischen Strahlungen Effekte, die nur dadurch erklärbar sind, dass die Strahlung Teilchencharakter hat – wir kennen diese Effekte zum Beispiel als Radioaktivität. Extrem vereinfacht lässt sich also sagen, dass im niedrigen Energiebereich der Wellencharakter überwiegt (z.B. Brechungs- und Beugungseffekte bei Lichtstrahlen), während die Effekte hochenergetischer Strahlung (Radioaktivität) in erster Linie mit einem Teilchenmodell erklärbar sind.

Für Organismen gibt es eine relativ klare Grenze, ab wann Strahlung akut gefährlich zu werden beginnt, nämlich dann, wenn sie genug Energie hat, um ionisierend zu wirken.

Als Ionisation bezeichnet man die Freisetzung von Elektronen aus deren Atomhüllen – also wenn zum Beispiel ein Teilchen der elektromagnetischen Strahlung auf ein Atom oder ein Molekül trifft und dort ein Elektron aus der Atomhülle quasi „herausschlägt“. Übrig bleiben bei solchen Kollisionen positiv geladene Ionen oder Molekülreste. Im Allgemeinen wird eine Strahlung dann als ionisierend bezeichnet, wenn ihre Energie über 5 eV (Elektronenvolt) beträgt – dann hat sie genug Energie, um Verbindungen bei Kollisionen aufzubrechen.

(Quellen:
Tipler P.A.(2008): Physics for Scientists and Engineers, 6th Edition. Freeman, San Francisco;
Jackson J.D.(2006): Klassische Elektrodynamik, 4.Auflage. de Gruyter, Berlin

Das ist jetzt alles wirklich extrem vereinfacht, aber um den Effekt, den Strahlung auf den Körper hat,
zu verstehen, denke ich ist es ganz hilfreich.

Seit Jahren wird von Randgruppen diskutiert, ob Mobilfunk für uns Menschen schädlich sein könnte.
Diese Gruppen werden immer größer, und inzwischen steht auch in Anleitungen für diverse Smartphones die Empfehlung, das Telefon vom Kopf mindestens 15 cm weit entfernt zu halten, beim Telefonieren. Ist da also etwas dran?

Das ist eine ambivalente Geschichte. Ich kann nicht beurteilen, worauf sich die Wissenschaftler in ihren Studien bezüglich der Strahlungsleistungen so stützen, es gibt hier allerdings einen
Referenzwert: den SAR-Wert. Dieser ist europaweit in einer Norm (für Mobiltelefone seit 2008: EN 62209-1) festgelegt und darf von keinem Mobiltelefon überschritten werden. SAR steht für spezifische Absorptionsrate. Das ist ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern in einem Medium und führt immer zu dessen Erwärmung.

Die Crux an der Sache ist jetzt aber, dass ja nicht nur das Handy mit der Basisstation (dem Sendemasten) spricht, sondern auch umgekehrt.

Bekommt das Telefon nun von der Basisstation die  Info „Hey, ich verstehe dich nicht so gut. Sprich lauter!“, dann schaltet das Telefon automatisch in eine höhere Sendeleistungsstufe – der SAR-Wert wird höher.

Der SAR-Wert ist also nicht  ausschließlich modellabhängig, sondern auch ein Produkt vieler äußerer Einflüsse. Dazu zählen Topographie, Aufenthaltsort, Beschaffenheit dessen, Netzausbau, etc. pp. Grob gesagt habe ich in der Stadt also besseren Empfang als am Land, weil im Normalfall mehr Sender zur Verfügung stehen, und in einem Holzhaus mit großen Glasflächen einen besseren als in einem Stahlbetonbau.

Anmerkung: Max glaubt nicht, dass Holz bei gleicher Stärke gleich gut oder besser abschirmt als metallische Werkstoffe, weil die Adsorptionsrate für elektromagentische Strahlung ungefähr direkt proportional zur Dichte eines Materials ist, so sein Kenntnisstand. (Ungefähr weil es die Ausnahme des Lambert’schen Gesetzes gibt.)
Blei hat viele Moleküle auf einem Kubikzentimeter, Holz, egal welches, deutlich weniger. Also schirmt Blei besser ab als Holz. Das ist seine Begründung, die wohl in vielen Fällen stimmt.
Und trotzdem glaube ich den Menschen, die mir von holzverkleideten Räumen erzählen, in denen sie keinen Empfang haben. Anders als im Rest des Hauses, das quasi mitten in der Stadt ist. Entsprechend kann ich die Aussagen nicht als Humbug abtun. Schon garnicht angesichts solcher Erkenntnisse, veröffentlicht auf einer Uni-Homepage:

„Als Originaldokument nur Kurzmitteilung vorhanden, im wesentlichen wie folgt: Das Ergebnis einer Untersuchung der Bundeswehr-Universität in München hat die Fachwelt überrascht: Holz soll vor Handystrahlen schützen. Der entscheidende Tipp kam von einem Unternehmer aus Österreich. Der hatte bemerkt, dass sein Handy in einem massiven Holzhaus versagt. Er lieferte Peter Pauli, an der Münchener Uni Professor für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik und Radartechnik, Materialproben, darunter verschiedene Hölzer. Das Ergebnis: Lärchenholz schirmt hochfrequente Mobilstrahlung am besten ab. Sogar Stahlbeton hatte gegen die Lärche keine Chance, die Lärchenholzplatte schirmte zehnmal so gut ab. Auch das Eichenholz, das wesentlich dichter als Lärche ist, dämpfte die Strahlung nicht so gut. Das führt Pauli auf den hohen Harz-Gehalt des Lärchenholzes zurück. Mit seinen Ergebnissen hat Pauli mittlerweile das Interesse der Bauindustrie auf sich gezogen.“

https://www.tib.eu/de/suchen/id/tema%3ATEMA20030205545/Lärche-schützt-vor-Strahlung/ (Stand 27.1.19)

Vom Empfang hängt im Umkehrschluss auch die Sendeleistung des Mobiltelefons ab.

Im täglichen Betrieb ist eigentlich kein definierter SAR-Wert zu ermitteln, da es sich um einen variablen Wert handelt. Lt. Norm wird nämlich die maximale Sendeleistung angenommen – das wäre vergleichbar mit einem Fahrzeug, dessen Verbrauch bei Motorvolllast angegeben werden müsste.

Um jetzt zu verstehen, dass physikalisch die von Mobiltelefonen emittierte Strahlung auf den ersten Blick keinen großen Einfluss auf unsere Physis haben sollte, schauen wir uns eine weitere wichtige Einheit an, nämlich die der Leistung (Energieumsatz pro Zeiteinheit). Diese wird in Watt gemessen, und ist nicht besonders groß: ein Watt ist physikalisch dadurch definiert, wie viel Leistung ich brauche, um 1 Gramm Wasser in einer Minute um ungefähr 14° Celsius zu erwärmen (das ist jetzt nicht im Detail, sondern sinngemäß richtig, dafür aber schön einfach). Also eigentlich eine verschwindend geringe Größe.

Die Sendeausgangsleistung moderner Smartphones liegt im Bereich um 200-250 mW, also 0.2-0.25 W.

Zum Vergleich: der Fön, der ja auch im Normalfall in der Nähe des Kopfes benutzt wird, arbeitet mit Leistungen zwischen 1000 und 2000 W. Wir sprechen in diesem Zusammenhang zwar generell nicht von Strahlung, sondern von einem elektromagnetischen Feld – das nichtsdestotrotz in etwa ähnliche Auswirkungen (Induktion von Feldern und Strömen im Körper) haben kann. Ich habe aber noch nie von jemandem gehört, der Angst vor seinem Fön hätte.

ACHTUNG! Manche Menschen würden folgenden Link-Inhalt eventuell unter Aluhut-Schwurbelkacke verbuchen. Er dient dem Zweck aufzuzeigen, dass es Leute gibt, die „Angst vor ihrem Fön haben“.
Hier *klick* wird sowohl Mobilfunk, als auch die Wirkung von Föns, Rasierapparaten und Heizdecken angesprochen.
Max sagte inhaltlich dazu: „Unbrauchbar. Da steht drinnen, dass man Ratten 24h lang mit 60Hz bestrahlt hat – bravo, und? Was hat das mit Mobiltelefonen zu tun? Vollkommen anderes frequenzspektrum! Äpfel und Birnen!
Das Stromnetz arbeitet in den USA bei 60hz, das ist der einzig richtige Bezug. Selbst wenn du dich unter eine Hochspannungsleitung stellst, reden wir von einer Flussdichte im NANOTESLAbereich (das sind MIKROTESLA – wie im Artikel – DIVIDIERT DURCH 1000!!!!!!). Feldstärken im Haushalt sind ohne Verbraucher, wenn man nur die Kabel hinter einer Wand betrachtet, nach ein paar Millimeter überhaupt nicht mehr messbar.“

Sehe ich mir jetzt mal die Auswirkungen auf den gesamten Kopf an, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass die geringe Sendeleistung wirklich erheblichen Einfluss auf den Temperaturhaushalt hat.

Und das ist der einzige momentan messbare Wert, den nicht-ionisierende Strahlung physikalisch beeinflussen kann. Ich führe die Gründe dazu dann weiter unten aus.

Nachfolgend Auszüge inkl. Quelle von seriösen Seiten:

„Nicht ionisierende Strahlung, die noch weiter behandelt wird, löst allerlei biologischen Prozesse aus, stellt jedoch kein Risiko dar, solange sie nicht zu stark ist. Um welche biologischen Prozesse handelt es sich und ab wann entsteht ein Risiko?“

https://www.health.belgium.be/de/wechselwirkung-zwischen-strahlung-und-dem-menschlichen-koerper

„Tatsächlich bewiesen sind bislang nur thermische Effekte, wie man sie spürt, wenn man lange Zeit mit dem Handy am Ohr telefoniert hat. Da der Körper seinen Wärmehaushalt normalerweise gut ausgleichen kann, ist die Gefahr schädlicher Effekte hier gering. Lediglich Augen, Gehirn und Hoden gelten als besonders wärmeempfindlich: „Mit Auswirkungen auf die Gesundheit ist dann zu rechnen, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden und die Wärmeregulierung des Körpers gestört ist“, heißt es beim BfS. „Soweit sind die Erkenntnisse durch reproduzierbare Experimente belegt“, sagt Metin Tolan, Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund. Besagte Schwellenwerte orientieren sich daher an möglichen Gefahren durch Wärmestrahlung.

Wenn aber die These vom schädlichen Elektrosmog stimmen sollte, würden schon wesentlich geringere Strahlungsmengen, die längst nicht zur spürbaren Erwärmung einzelner Körperteile führen, ein Gefahrenpotenzial darstellen. Die Datenlage jedoch ist dürftig. Als zuverlässig gilt eine recht aktuelle Erkenntnis aus dem Tierversuch: Handy-Strahlung kann demnach zwar nicht die Entstehung eines Hirntumors, aber das Wachstum eines bereits bestehenden Tumors fördern. Das zumindest ergab ein Experiment des Biologen Prof. Alexander Lerchl von der Jacobs University Bremen, der sich zuvor stets als Gegner derartiger Zusammenhänge positioniert hatte.“

https://www.morgenpost.de/ratgeber/article207389535/Wie-gefaehrlich-ist-elektromagnetische-Strahlung-wirklich.html

Max sagt weiter:

Um kurz auf die 15 cm einzugehen – das ist Blödsinn.
Derartige Anmerkungen in Gebrauchsanweisungen dienen dem Haftungsausschluss für mögliche Klagen im angloamerikanischen
Raum, sind allerdings physikalisch weder definier- noch nachvollziehbar. Es gibt sie bereits seit Jahrzehnten, wirklich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind sie allerdings erst mit dem Erscheinen der Apple’schen Empfehlung, das Telefon vom Körper fernzuhalten – auch das hat keine objektiven Gründe, sondern dient einzig und allein der Absicherung im Haftungsfall.

Könnte Mobilfunk ein ernsthaftes Risiko für unsere Gesundheit darstellen?

Ja, prinzipiell ist es natürlich möglich, dass alle Formen der elektromagnetischen Exposition (auch der nicht-ionisierenden Formen) zu irgendwelchen Symptomen führen. Inwieweit die medizinisch allerdings tatsächlich der Nutzung von Mobilfunk zuzuordnen sind, das muss und wird die Zukunft zeigen. Momentan gibt es keine seriöse, stichhaltige Studie, die tatsächlich unumstößlich nachweist,
dass die Exposition von mobilen Endgeräten zu Krankheiten führen kann – wenngleich man natürlich im gleichen Atemzug erwähnen muss: helfen tut sie vermutlich auch nicht besonders.

Dass Strahlung generell Auswirkungen auf den Körper hat, ist klar – in welcher Form sich diese manifestieren, noch nicht.

Jetzt kann man natürlich sagen „aber Krebs und Elektrosensibilität und Schlafstörungen und und und..“ – von einem wissenschaftlichen Standpunkt gibt es dafür jedoch keine Beweise! Ich gehe weiter unten ein bisschen auf Studien ein, die das thematisieren; viele Phänomene sind (Einschränkung: mit aktuellen Forschungsstandards und Untersuchungsmethoden) jedoch weder messbar noch in vielen Fällen reproduzierbar.

Anmerkung: Festzuhalten ist, dass Unmengen an Studien nicht veröffentlicht werden, weil sie z.B. ungünstige Ergebnisse liefern. Das hängt unter anderem davon ab, wer die Studie finanziert hat. Darüber hatten wir an anderer Stelle übereingestimmt und Max spricht auch weiter unten nochmal über Problematiken im Bezug auf Studien.

Was ich persönlich noch sehr interessant finde, ist der Umstand, dass es in den letzten Jahren einen
ungewöhnlichen Effekt in der Kommunikationstechnik gegeben hat.

Frühere Standards wie GSM haben niederfrequent und hochenergetisch gesendet – alte GSM-Telefone hatten Sendeausgangleistungen von 1-2 Watt. Mit den aktuellen Standards hat sich das geändert, wie bereits erwähnt senden Smartphones im Schnitt mit 0.2 bis 0.25 Watt. Das liegt daran, dass sich die Protokolle der Datenübertragung mit den Standards geändert haben. Während ein GSM-Telefon von sich heraus erstmal mit voller Leistung gefahren ist und unter Umständen die Sendeleistung etwas hinunter reguliert hat, ist das bei LTE und UMTS genau umgekehrt.
Hier wird mit minimal möglicher Leistung gesendet und erst bei Bedarf die Sendeleistung in kleineren Schritten und viel feiner nach oben korrigiert.

Die Strahlenbelastung ist also trotz höherer Datenübertragung im Laufe der Jahre theoretisch immer geringer geworden.

Durch die intensivere Nutzung wird das vermutlich wieder ausgeglichen, dosismäßig also wahrschienlich mehr oder weniger ein Nullsummenspiel.

Von diesem Standpunkt aus sollte klar sein, dass wenn es eine Gefährdung durch unmittelbare Exposition von elektromagnetischer Strahlung aus mobilen Endgeräten gibt, sich diese doch manifestiert haben muss: in spezifischen, klar deutbaren Fallzahlen gewisser medizinischer Problematiken. Dazu gibt es bis heute keine Beweise – viele Diagnosen sind heutzutage einfach deshalb gestellt worden (mit gleichzeitigem Anstieg der Fallzahlen), weil die Untersuchungsmethoden erheblich besser geworden sind und die Bevölkerung stärker sensibilisiert ist – plus der Verfügbarkeit medizinischer Hilfe.

(Quellen:
https://www.din.de/en/getting-involved/standards-committees/dke/drafts/wdc-beuth:din21:254306993;
Gerthsen Physik (2004), Springer, Berlin)

Inwieweit sich diese These in den nächsten Jahren aufrechterhalten lassen wird, man wird sehen.

Ich möchte dagegenhalten, dass solche subtilen Einflüsse den Organismus belasten können, ohne als unmissverständlicher Belastungsfaktor offenbar zu werden. So wie auch wenige Menschen bewusst unter dem Quecksilber in ihren Amalgamfüllungen leiden, und manche nicht einmal einen Unterschied im gesundheitlichen Zustand bemerken, wenn das Amalgam sachgemäß entfernt wurde. (Bei zu schnellen Drehungen des Bohrers verdampft deutlich mehr Quecksilber und wird erst recht vom Körper aufgenommen.)

—-Exkurs:

Die Fass-Theorie ist eine vereinfachte Ansicht zur naturheilkundlichen Erklärung der unterschiedlichen Reaktionen auf Belastungen:

Typ 1:

Jemand mit guter Konstitution ist wenig bis nicht mit Schadstoffen belastet, die Entgiftung und Reparatur von beschädigten Bereichen läuft gut. Nun kommt immer wieder ein Schöpfer Wasser (z.B. regelmäßiger Alkoholkonsum, Rauchen,..) ins Fass, und kann über Ausscheidungsprozesse und Nährstoff-Puffer relativ schnell wieder ausgeglichen werden. Selbst ein Eimer Wasser (z.B. Vollrausch mit Drogenkonsum inkl. Verunreinigungen der Substanzen) kann hier in Maßen kompensiert werden. Das sind die wirklich robusten Menschen.

Typ 2:

Wenn jemand  schon mit Mängeln geboren wurde, zusätzlich noch Toxinbelastungen geerbt und weiter angehäuft hat, eventuell auch genetisch prädisponiert ist, kann schon der Schöpfer Wasser zu Unwohlsein bis hin zu Krankheitssymptomen führen. Diese Symptome sind der Hinweis auf einen überlasteten Organismus, der noch arbeitet. Das sind die ständig kränkelnden oder chronisch erkrankten Menschen.

Typ 3:

Dann gibt es noch Menschen, deren Körper einfach nicht mehr nachkommen. Da gibt es keine großartigen Symptome, weil der Körper damit beschäftigt ist, zu überleben. Jede Belastung muss so schnell wie möglich aus dem Weg geschafft werden, um den Organismus am Leben zu erhalten. Solche Menschen haben wenige chronische Symptome und sterben dann z.B. mit 50 ganz plötzlich.

Wer ungeschickt vorgeht, verspielt eine gute Konstitution aufgrund mangelnder Symptome. Denn Nährstoffpuffer, Entgiftungsorgane und das sensible endokrinologische System (Homronsystem) können hohen Belastungen wie häufigeren Konsum von z.B. synthetischen Drogen, Fast-Food-Ernährung und Schicht-Dienst selbst bei besten Voraussetzungen nicht unendlich ausgleichen.

Das Modell ist selbstverständlich als Vereinfachung einer komplexen Thematik zu betrachten.

——Exkurs Ende.

Fortsetzung folgt! Und ich kann schon jetzt sagen, dass Max und ich uns in vielen Punkten zweinig sind. 

 

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Hier schreibt Mira. Hauptberuflich Lebenskünstlerin mit Fokus auf Heilkunde und Mutterschaft.

7 thoughts on “Wie gefährlich ist Handy-Strahlung? – Physiker im Gespräch – Teil 1

  1. Hm ich las, suchte nach schubladen, den zweien pro und kontra, ich suchte den versteckten Aluhut der gegen das komplette system anrennt oder die versteckte Verunglimpfung derer… und dann merkte ich wie toll das ist mit fakten zu arbeiten und nicht mit… argumenten? Und da wo es nicht ganz klar was fakt ist, also relativ viel, und das was klar ist relativ relativ, ich glaubte plötzlich den unterschied zwischen kampf und aktivismus zu spüren… so stelle ich mir eigentlich berichterstattung vor, so wie liv strömquist das macht. Lass uns darüber reden! Ich bin ein bisschen gescheiter geworden, zuversichtlicher und vor allem fühle ich mich darin bestätigt keinen bock auf binär codierte diskussionen, entschuldige diese metaphersammlung… geile party… grosses kino!

  2. Spannend und super ausgeführt! Aber viel schlauer bin ich jetzt auch nicht hmm… Ich kann dir mal was erzählen über messbare Auswirkungen von den Strahlen und was wir und Freunde von uns dagegen tun. Ich müsste aber selber nochmal genauer nachfragen, da ichs jetzt nicht mehr detailliert im Kopf hab, wie das funktioniert.

    Noch eine kleine Anmerkung: 10^-8m und nicht 10-8m (vermute ich mal) 😀

    1. Mit „viel schlauer bin ich jetzt auch nicht“ meinte ich übrigens: ich weiß jetzt im Endeffekt auch nicht ob ichs schlimm finden soll oder nicht. Die Infos selber haben mich schon schlauer gemacht 🙂

    2. Liebe Sara – das liegt einfach daran, dass es einfach nichts gibt, woran man festmachen soll, ob nicht-ionisierende Strahlung schädlich ist oder nicht. Ich habe (im Gegensatz zu Mira) eher den naturwissenschaftlichen Zugang und sage „naja, ich kann mir schon auch viel einbilden“, von diesem Gesichtspunkt gibt es auch die sehr klar definierte 5 eV-Grenze. Wenn die Strahlung weniger intensiv ist, tut sie auch nichts, weil sie nicht die Energie hat, mit Atomen zu reagieren.
      Prinzipiell sehe ich es wie folgt: immer und überall macht die Dosis das Gift. So mit Sicherheit auch bei elektromagnetischer Strahlung. Da wir uns der Exposition aber sowieso nicht entziehen können, halte ich mich daran, je weniger hoch die Dosis ist, desto besser. Ganz vermeiden kann ich’s nicht, aber ich kann die Intensität minimieren. Damit fährt man glaube ich derzeit ganz gut. Ich kann natürlich jetzt mit vielen Mitteln versuchen, meine Belastung NOCH kleiner zu machen, aber ich denke, dass das nicht notwendig ist. Einfach ein gesundes Mittelmaß finden, dann kommt niemand zu Schaden – bedeutet, nicht den ganzen Tag das Telefon am Ohr, aber ich muss es auch nicht gerade in eine Strahlenschutztasche stecken.
      Liebe Grüße,
      Max

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