Einführung in die Naturheilkunde – Teil 4 – Gesunderhaltung

Nachdem wir uns nun angesehen haben, was wir alles ‚falsch‘ machen und wie daraus folgend verschiedene Krankheiten resultieren, wollen wir als nächstes die Grundlagen für echte Gesundheit und Gesunderhaltung anschauen. Manche Verstehen ja unter Gesundheit nur die Abwesenheit von Krankheit, doch sogar die Weltgesundheitsorganisation definiert sie als einen Zustand des vollständigen körperlich, geistigen und sozialen Wohlergehens.

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Die Grundlagen für körperliches Wohlergehen sind laut Dr. Trattler Nahrung, Drainage und Koordination.

Denn trotzdem der Körper von so verschiedenartigen Geweben mit sehr unterschiedlichen Anforderungen besteht, bleiben die Anforderungen der einzelnen Zellen die gleichen. Da der Organismus aus diesen Kleinst-Einheiten besteht, entscheidet der Zustand der einzelnen Zellen über das funktionieren des gesamten Organismus.

Beginnen wir mit der Nahrung.

Die drei Komponenten, die den größten Anteil in unserer Nahrung ausmachen sind Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette. Neben ihnen werden noch Vitamine, Mineralien und essentielle Fettsäruen von unserem Körper benötigt.

Eiweiße sind aus Aminosäuren aufgebaut. Vereinfacht gesagt werden acht dieser Aminosäuren als essentiell angesehen, das heißt, wir müssen sie von außen zuführen. Die anderen dreizehn kann unser Körper selbst synthetisieren. Da aber manche Aminosäuren im Körper in andere umgewandelt werden können lässt sich diese Grenze nicht so scharf ziehen.

Kohlehydrate sind aus Glukose aufgebaut, die je nachdem in langen oder kürzeren Ketten aneinander hängt. Kohlehydrate können aus Eiweißen und Fetten synthetisiert werden. Müssen sie jedoch aus Eiweißen synthetisiert werden, ist das für den Körper sehr anstrengend. Es wird dabei weniger Energie erfügbar, als für den Prozess der Synthese benötigt wird. Dieser Notfall-Mechanismus wird nur aktiviert, wenn es in der zugeführten Nahrung keine oder nur extrem wenige Kohlenhydrate gibt.

Fette werden einerseits als strukturelles, aber auch funktionales Material benötigt. Das bedeutet sowohl dass manche Gewebe Fett brauchen um stabil zu sein, als auch dass sie für verschiedene Abläufe essentiell sind. So werden sie für die Bildung von Gallensäure, Hormonen und Vitamn D benötigt. Weiters dienen sie als Speicher von Nahrungsreserven im Körper.

Essentielle Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle im Transport und der Verstoffwechslung von Fetten, sowie in der Aufrechterhaltung von Funktionalität und Stabilität von Zellmembranen. Auch als Rohstoff in der Bildung von Prostaglandinen werden sie benötigt.

Vitamine und Mineralstoffe dienen als formgebendes und Bau-Material. Außerdem sind sie für verschiedene biochemische Vorgänge notwendig.
Hierbei ist wichtig zu wissen, dass der Körper nicht jede Form von Vitaminen gleich gut oder überhaupt verwenden kann. Manche synthetischen Formen von Vitaminen sind z.B. räumlich anders angeordnet als die natürlichen, und können deshalb nicht verwendet werden. Im schlimmsten Fall blockieren sie sogar die Rezeptoren. Weiters ist es sehr fragwürdig, große Mengen von einem oder wenigen isolierten Stoffen zu supplementieren, da diese Stoffe nur in Kombination mit anderen eingesetzt werden können.
Ich arbeite deshalb am liebsten mit Wildkräutern, wo meist alles in ausgewogenem Maß vorhanden ist.

Drainage bedeutet, dass das ‚Abwasser‘ fließen muss.

Der freie Abfluss in der Zelle ist wichtig, um giftige Stoffwechselendprodukte auszuscheiden. Kann dieser Abfall nicht ausreichend entsorgt werden, sammeln sich die Gifte in der Zelle an und ihre Funtkionalität wird reduziert. In der Folge wird damit die Gesundheit von Geweben, Organen und schlussendlich des ganzen Körpers, wenn viele Zellen betroffen sind, beeinträchtigt.

Gute Koordination ist sowohl auf Zellebene, als auch im gesamten Organismus notwendig.

Die Regulation innerhalb der Zellen läuft auf chemischer Basis ab, während die Kommunikation im großen Maßstab vom Nervensystem -und anhand von Hormonen kontrolliert wird. Wenn es dabei eine Beeinträchtigung gibt, können sensible, balancierende Mechanismen aus dem Takt gebracht werden. Davon wiederum kann das Funktionieren von Abläufen entweder auf lokaler Ebene, oder den ganzen Organismus betreffend, gestört werden.

Diese drei Faktoren sind für körperliche Gesundeit ausschlaggebend.

Läuft etwas schief, fühlen wir uns schhlecht. Ist alles in perfekter Balance, sprühen wir vor Energie und Vitalität. Wie Dr. Trattler es beschreibt hängt unsere Vitalität und Gesundheit lediglich davon ab, wie sehr unsere innewohnende Lebenskraft am freien Fluss gehindert wird. Unser Organismus strebt laut ihm immer nach Harmonie, und wird sie selbstständig erreichen, solange wir ihn nähren und ihm nicht im Wege stehen.

Wir sind wirklich was wir essen, trinken, atmen, fühlen und denken.

Gesundheit kann laut Dr. Trattler nur dann erreicht und aufrecht erhalten werden, wenn wir Körper, Gefühle und Gedanken miteinander in Einklang bringen. Heilung kann nicht von Außen, sondern nur von Innen kommen. Auch, wenn es sich um natürliche Heilungsmethoden handelt, können wir uns nur selbst heilen. Frei fließende Lebenskraft findet ihren Ausdruck in Heilung und Gesundheit.

Um Blockaden aufzulösen gibt es in der Naturheilkunde einige Werkzeuge.

In der Naturheilkunde bemühen wir uns darum, die Selbstheilung zu unterstützen. Die Werkzeuge, die der Naturheilkundler nutzt, dienen also lediglich dazu, die Selbstheilung zu erleichtern. Die angewandten Methoden selbst beanspruchen keinerlei Heilkräfte, sie unterstützen nur die bereits vorhandenen. Therapeutische Wasseranwendungen funktionieren, wegen der Prozesse die im Körper ausgelöst werden. Kaltes Wasser macht etwas anderes, als warmes. Ein Guss hat einen anderen Effekt als ein Bad.

Die Anwendungen natürlicher Maßnahmen macht die Naturheilkunde allerdings nicht aus.

Die Naturheilkunde unterscheidet sich anhand der Prinzipien, nach denen die natürlichen Methoden angewandt werden. Ein Kraut kann zu Hilfe genommen werden um den Körper zur Aktivität zu stimulieren. Beispielsweise um die Ausscheidung anzuregen, den Körper von giftigen Abfällen zu reinigen oder ihn zu nähren. Auf diese Weise angewandt, arbeitet das Kraut im Einklang mit den eigenen Selbstheilungsmaßnahmen des Körpers.

Es kann allerdings auch eingesetzt werden, um diese Maßnahmen zu unterdrücken.

So, wie wir auch Tabletten schlucken können, ohne einen Gedanken an die Ursache zu verschwenden, können auch natürliche Methoden zum abschalten unangenehmer Symptome benutzt werden. In einem solchen Fall ist es zwar eine Behandlung mit natürlichen Mitteln, aber keine Naturheilkunde. Hydrotherapie mag zur Anregung des Blutkreislaufs genutzt werden, oder um Schmerz zu unterdrücken und normal weitermachen zu können.

Natürliche Werkzeuge können angemessen oder unagemessen eingesetzt werden.

Es nutzen auch nicht alle Naturheilkundler die gleichen Werkzeuge. Es handelt sich dabei im Grunde um eine Lebensphilosophie, und kein starres Regelsystem. Sind die Prinzipien der naturopathischen Philosophie erst verstanden sowie verinnerlicht, wird der Naturheilkundler die Methoden nutzen, die ihm am ehesten entsprechen und mit denen er oder sie sich am wohlsten fühlt. Es gibt sogar Therapeuten, welche die Philosophie so streng interpretieren, dass sie nur die Wege der Ernährung, des Fastens, der Bewegeung, des Sonnenlichtes und der Wasseranwendungen um die Selbstheilungskräfte in eine bestimmte Richtung zu lenken bzw, zu unterstützen.

Diese Therapeuten setzen Kräuter nur als Nahrung ein und vertreten eine skeptische Haltung gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln.

Solche Puristen haben genauso recht, wie andere, die Physiotherapie, Massage, Manipulationen der Wirbelsäule, therapeutische Anwendeungen von Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten, Homöopathie, pflanzlicher Medizin, Akupunktur und viele andere ungiftige Werkzeuge. Wichtig ist nur, diese Methoden im Sinne der naturheilkundlichen Prinzipien anzuwenden.

In 14 Tagen gibt es die Fortsetzung der Serie zum Thema Pflanzenheilkunde.

Quelle: Trattler, Ross – Better Health through Natural Healing, ISBN 0-7225-1382-8

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Hier schreibt Mira. Hauptberuflich Lebenskünstlerin mit Fokus auf Heilkunde und Mama sein :)

2 thoughts on “Einführung in die Naturheilkunde – Teil 4 – Gesunderhaltung

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