Ich esse Schwefel! – Wie die Probst-Kur funktioniert

Eigentlich bin ich ja keine Freundin von Isolaten, aber meine Symptome motivierten mich, unter anderem anorganischem Schwefel eine Chance zu geben. Denn die sanften Methoden funktionieren zwar, aber es dauert manchmal etwas länger. Rückblickend kann ich sagen, dass auch die Schwefelkur zumindest bei mir vergleichsweise sanft ablief.
Auf die Idee kam ich, weil Dr. Probst in verschiedenen Interviews immer wieder davon schwärmte, was der anorganische Schwefel alles bewirke.
Hier sprechen wir von gelbem Pulver! Nicht den weißen Kristallen, dem organischen Schwefel (MSM).

Er hat leider nie im Detail erklärt, was er genau macht.

Nachdem ich über Monate Erfahrungen anderer gelesen, ihre Fehler verstanden und mich von der Wirksamkeit überzeugt hatte, habe ich es dennoch gewagt. Trotzdem ich weit weg von 100% veganer Rohkost war, nahm ich dreimal täglich einen Teelöffel voll anorganischem Schwefelpulver ein.
Das hat vor allem neue Sozialkontakte deutlich interessanter gemacht.

Denn wenn der Schwefel wirkt, stinkt man erstmal nach faulen Eiern.

Es bildet sich Schwefelwasserstoff, der für den Geruch von faulen Eiern verantwortlich ist. Entsprechend duften dann auch die Darm-Gase.
In den ersten Tagen bis Wochen ist mit einer Beschleunigung der Verdauung zu rechnen – Durchfall. Zudem kommt es zu übelriechenden Blähungen.
Das alles darf nicht eingehalten werden, sondern muss zeitnah heraus.

Sonst kommt es zu Rückvergiftung. Gilt auch für andere Pupse!

Je nachdem, wie es um die Verdauung bestellt ist, schafft man es aber doch auch an einen luftigen Ort. An dem man besser eine Weile bleibt, nachdem man sich des Gases entledigt hat. Der klebt fast an einem. Auch kreative Produkte zur Neutralisierung scheinen eher unwirksam zu sein.
Zur Schonung des Umfeldes und der eigenen Nerven nehmen einige sich für die erste Zeit Urlaub.
Manche scheiden auch stark über die Haut aus, was vorübergehend entsprechende Körpergerüche mit sich bringt.
Zudem kann man die Symptome meist mit gesunder, pflanzlicher Ernährung auf ein tolerierbares Maß reduzieren. Abweichungen werden teils unangenehm bezahlt.
In jedem Fall ist es ratsam, den Darm vorab zu entlasten, indem Einläufe, Zeolith und Kelp-Algen zum Einsatz kommen.
Dr. Probst rät davon ab, die Schwefelkur zu pausieren, wenn sie einmal begonnen wurde. Für wichtige Termine kann man die Menge allerdings reduzieren. Er spricht von der möglichen Ausbildung von Resistenzen gegen den Schwefel.
Das sind so die wichtigsten Praxis-Tipps, um blutige Durchfälle etc. zu vermeiden.

Aber wozu sollte man sich das antun?!

Simpel. Es geht um langfristig gesteigertes Wohlbefinden dank verbesserter Darmgesundheit.
Der Darm ist der Sitz der Gesundheit, das kommt auch in schulmedizinisch geprägten Köpfen immer mehr an. Unser Darm ist der größte Produzent von Hormonen und Neurotransmittern, zu beiden Gruppen zählt z.B. Serotonin.

Um uns mit Glücklichmachern fluten zu können, brauchen wir ein gesundes Mikrobiom.

Mikrobiom werden die verschiedenen Kleinstlebewesen wie Bakterien genannt, die mit uns in Symbiose leben. Unsere Freunde brauchen ein bestimmtes Milieu, damit sie ihren Job machen können. In unwirtlichen Gegenden treiben sich als Symptom weniger hilfreiche Bakterien herum, die dann immer größere Bereiche für sich beanspruchen.

Gerade, wenn nach Behandlungen mit Antibiotika alles leergefegt wurde.

Sie haben dann freie Bahn, da sie an die Umgebung besser angepasst sind.
Wenn nun der reaktionsfreudige Schwefel des Weges kommt, dann sterben die weniger hilfreichen Bakterien ab, und die Symbionten können sich wieder ausbreiten.

Wie selektiert der Schwefel?
Angeblich anhand der elektrischen Ladung.

Ich muss hier jetzt ganz deutlich sagen: Was Chemie und Physik betrifft, bin ich dumm. Ich habe keine Ahnung, wovon ich spreche. Also bitte korrigiert oder ergänzt mich, wenn ich etwas falsch wiedergebe:

Es entsteht auf magische Weise (soll heißen, wir wissen nicht wirklich wie) Schwefelwasserstoff. Dabei werden angeblich auch Elektronen frei, die unserem Redox-Potenzial (dazu mehr, wenn ich es besser durchblicke) in einen wünschenswerten Bereich verhelfen.
Das Ganze ist für viele verwirrend.
Schwefel will nämlich eigentlich zwei Elektronen mehr haben. Wäre also eher ein Elektronenräuber. Aber bei der Oxidation zu Sulfat werden scheinbar Elektronen frei, hat jemand in einer Gruppe zum Thema gezeigt.
P. erklärte, dass im ersten Schritt Schwefelwasserstoff (HS-) mit Sauerstoff und Wasser  (S2O3–) zu 4 Elektronen und 4 Protonen (H+) wird. Wie allerdings der elementare bzw. anorganische Schwefel zu Schwefelwasserstoff (HS-) wird, kann auch er sich nicht erklären.

Ich verstehe diese Erklärung nicht, kann also auch keine Meinung dazu kundtun.

Die Idee bleibt wie folgt:

Freunde haben ein – und sind negativ geladen, die anderen haben ein + und sind positiv geladen.

Schwefel reagiert angeblich nur mit + und nicht mit -.
Und so hilft er uns. Auf diese Weise selektiert übrigens auch Zeolith!
Wenn man dem Glauben schenken darf, was erzählt wird wenigstens. Fakt ist, vielen hat die Einnahme von Zeolith sehr geholfen.
Und zu „den anderen“ gehören nicht nur weniger hilfreiche Bakterien, sondern auch Pilze wie Candida und andere Mitbewohner, wie etwa Würmer.

Es gibt die Idee, dass diese Lebewesen uns auf ihre Art dienen.

In ihnen sind nämlich vermehrt Schwermetalle gebunden. Aber wenn sie in unserem Körper bleiben, und mit ihrem Kot das Milieu weiter vergiften, dann kann ein geschwächter Körper dadurch erst recht aus dem Gleichgewicht geraten. Die Lebewesen finden dann immer bessere Bedingungen vor, können sich wunderbar ausbreiten, und uns immer weiter vergiften.

Darum sollten wir erwünschte Flora wie Fauna hegen und pflegen.

Wenn unsere Freunde alles besiedeln, haben die anderen keinen Platz mehr. Das können wir mit einem entspannten Lebensstil und nährendem Umfeld, sozial wie körperlich, erreichen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass auch psychische Faktoren für die körperliche Gesundheit extrem wichtig sind. Stress lähmt nämlich die Verdauung, verhindert körperliche Regeneration und angemessene Nährstoffaufnahme sowie adäquate Ausscheidung von Abfällen und Giften.
Um die nicht auszumerzenden Schwächen in unserer Lebensgestaltung auszugleichen, putzen wir alle halbe Jahre einmal durch, indem wir etwa Fasten.

Schwefel

Der Schwefel ist eine weitere Möglichkeit.

Natürlich kann ich hier niemandem raten, es mir gleich zu tun, da es sich um kein Lebensmittel handelt. Von der Einnahme muss ich aus rechtlichen Gründen sogar abraten.
Zudem kann man ähnliche Effekte natürlich auch mit anderen Methoden erreichen. Vielleicht dauert es länger. Vielleicht ist es komplizierter oder teurer. Oder nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich habe mich für eine Schwefelkur entscheiden, einfach auch, weil ich neugierig war. Und ungeduldig.

Bald habe ich mir ein Kilogramm anorganisches Schwefelpulver einverleibt, und mir hat es bisher recht gut getan.

Ich habe keine großen Sprünge gemacht, seit Beginn der Kur. Aber ich bemerke doch einen mild positiven Effekt. Wie genau sich der ausdrückt, kann ich leider schwer sagen, aber mein Gesamtzustand hat sich gebessert. Wichtig hierbei zu erwähnen: Ich tue auch sonst sehr viel für meine Gesundheit. Den Zusammenhang mit der Schwefelkur kann ich trotzdem klar herstellen, weil es die einzige Veränderung zu dieser Zeit war.
(Die Algen nehme ich schon deutlich länger ein, mit etwas stärkerem Effekt. Die Entgiftung über den Darm wurde angekurbelt, ich habe mehr Energie, mein Gleichgewichtssinn ist wieder besser, ebenso mein Gedächtnis. Zudem hat sich meine Schilddrüse verkleinert, in der ich scheinbar auch eine Entzündung hatte. Seit Einnahme der Algen fließt die Lymphe dort wieder besser, und der Bereich ist weniger empfindlich.)

Andere haben mit Schwefel weit mehr erreicht.

Nicht alle, aber manche. Teils gab es da Ausscheidungen von unmissverständlich identifizierbaren Würmern oder gallertartigen Geschwülsten, die klar von Kot unterscheidbar waren.

Wirklich. Ich habe Bilder gesehen.

Auch Würmer und Biofilm-Fetzen wurden zum Teil ausgeschieden.
Biofilm ist eine Schicht aus verschiedenen Organismen wie Pilzen und Schleim, die den Darm innen auskleiden kann, die Aufnahme von Nährstoffen verhindert und Parasiten einen Schutzwall bietet.
Eine Frau berichtete von kleinen egelartigen Organismen, die sie nach Start der Schwefelkur mit ihrer Menstruation abblutete.
Da Schwefel neben seinem Einsatz als Düngemittel unter anderem gegen Pilzbefall landwirtschaftlich eingesetzt wird, erscheint mir ein Absterben von in uns lebenden Parasiten plausibel.

Wenn man so etwas ausscheidet, hat das allein schon einen psychologisch starken Effekt.

Aber nicht zu unterschätzen ist die tatsächlich auch körperliche Erleichterung. Ich durfte in anderem Zusammenhang schon Mitbewohner und Ablagerungen ziehen lassen, und kann nur sagen, es war die Mühen wert.
So viel Leichtigkeit!
Chronische Verspannungen verschwanden. Stimmung stabilisierte sich. Heißhunger legte sich. Und vieles mehr.

Fazit: Tut etwas für eure Darmgesundheit.

Schwefel ist eine Möglichkeit. Ich darf euch aber nicht dazu raten, ihn anzuwenden. Falls sich aber jemand berufen fühlt, alle Warnungen in den Wind zu schlagen, der möge doch bitte wenigstens mit Zeolith, Braunalgen und ein paar Einläufen vorsorgen, um die Kur möglichst angenehm zu gestalten.

Wenn nichts mehr stinkt, ist man fertig!

Ein Kritiker meint, dass unser Kot eigentlich immer unangenehm riecht. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Stuhl sogar angenehm riechen kann. Und zwar nicht nur nach Waldbeer-Aroma bei Fructose-Malabsorption, sondern ganz unauffällig erdig.
Der Rest der Ausführungen ist interessant, aber mit Vorsicht zu genießen, da wichtige Aspekte – nämlich die tatsächliche Wirkung der empfohlenen Kuren – ignoriert werden. Es gibt ja, wie bei MMS und Co, inzwischen genügend Menschen, die es schon ausprobiert und auch über ihre Erfahrungen geschrieben haben.
Darum ist es natürlich sinnvoll, sich beide Seiten anzusehen.

Und dann eine eigenverantwortliche, informierte Entscheidung zu treffen.

 

 

 

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Hier schreibt Mira. Hauptberuflich Lebenskünstlerin mit Fokus auf Heilkunde und Mutterschaft.

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